Fotografieren von Fischen und dem gesamten Aquarium

Von   31. Dezember 2014
Da ich immer wieder gefragt werden, wie man denn ein Aquarium oder Aquariumtiere richtig fotografiert und ich mittlerweile doch einiges an Erfahrung habe, möchte ich meine Informationen nun mit diesem Artikel weitergeben. Der Artikel beschreibt wie „ICH“ fotografiere, ich weiß das es auch andere Möglichkeiten gibt um schöne Aquariumfotos zu erreichen aber ich fahre mit diesen Methoden am besten. Der Artikel wird in 3 große Teile gegliedert. Zuerst erzähle ich ein bisschen was über allgemeine Informationen zur Kamera, was ist Blende, was ist Belichtungszeit, ISO Werte, Fokusierung und so weiter. Danach machen wir tolle Fotos von einem kompletten Aquarium, dies ist für mich noch die schwerste Disziplin da ich eigentlich immer zu wenig Licht habe. Meine Tricks verrate ich hier aber gerne. Als 3. Punkt wollen wir dann unsere Wassertiere, also Garnelen und Fische noch ordentlich fotografieren.

Meine Ausrüstung

Die Technik ist schon mal sehr wichtig. Ich besitze aktuell folgende Ausrüstung: Natürlich können auch mit anderen digitalen Spiegelreflexkameras sehr gute Fotos gemacht werden. Meine kaufgründe waren meist der Preis. Nur bei dem Tamron Objektiv hab ich ein paar Euro mehr in die Hand genommen da hier Qualität wirklich wichtig ist. Bevor wir mit der Aquariumfotografie anfangen, gehen wir noch die wichtigsten „Werte“ einer Kamera durch und schauen, was sie bewirken und wie man sie am besten verwendet.

Kameraeinstellung

Blende

Die Blende beschreibt, wie groß im Objektiv die Öffnung ist. Dabei gilt:
  • je kleiner der Blendenwert (f2.8) desto geringer ist die Tiefenschärfe aber desto mehr Licht fällt auf den Fotosensor weil die Öffnung im Objektiv groß ist
  • je größer der Blendenwert (f32) desto größer ist die Tiefenschärfe aber desto weniger Licht fällt auf den Fotosensor weil die Öffnung im Objektiv klein ist
Dazu ein Beispiel: Kleiner_blendenwert Hier wurde der Baum anfokusiert und ein sehr kleiner Blendenwert verwendet (f2.8). Dadurch konnte ich mit einen ISO Wert von 100 eine Belichtungszeit von 1/1000 erreichen. Der Hintergrund ist nur Matsch und der Baum rückt in den Fokus des Bildes Grosser_blendenwert Auch hier wurde der Baum anfokusiert und ein großer Blendenwert verwendet (f32). Obwohl es draußen genau so hell war, wie im ersten Foto habe ich den ISO Wert auf 1600 erhöhen müssen umd das BIld nicht durch eine zu lange Belichtungszeit zu verwackeln. Es hat durch die sehr kleine Blendenöffnung viel Licht gefehlt dafür ist aber der Hintergrund schärfer. Dadurch das nun der Hintergrund scharf abgebildet wird, liegt der Baum nicht mehr so sehr im Fokus des Betrachters. Will man vor dem Eifelturm eine Person fotografieren, verwendet man lieber einen etwas höheren Blendenwert, damit der Eifelturm scharf abgebildet wird. Will man allerdings die Person „frei stellen“ also in den Vordergrund rücken, verwendet man lieber einen kleineren Blendenwert und lässt den Hintergrund verschwimmen.

Belichtungszeit

  • Die Belichtungszeit beschreibt, wie lange das Licht auf den Fotosensor fällt. Dabei gilt als Faustformel: Verwende Freihand mindestens den Kehrwert der Brennweite sonst verwackelst du dein Bild. Das heißt, bei einem 90mm Objektiv solltest du 1/90 (meist nimmt man dann 1/100) Sekunde nicht unterschreiten. Ein Bildstabilisator hilft da etwas. Wichtig ist auch, je schneller sich etwas bewegt, was man scharf abbilden möchte, desto küzer sollte man Belichten.
Machen wir dazu ein Beispiel
  • Will ich einen Wels, der ruhig in seiner Höhle sitzt mit meinem 18-55mm Kitobejktiv bei 55mm Brennweitere fotografieren so kann ich ihn ruhig mit 1/60sek (Kehrwert von 55mm + Puffer) abbilden.
  • Will ich einen Zebrabärbling fotografieren, der wie der Blitz durch das Aquarium flitzt, so wird er mit 1/60 Sekunde kaum scharf werden da er sich selbst zu schnell bewegt. Versuche ergaben bei mir, dass man bei schnellen Fischen deutlich kürzer als 1/125 Sekunde bleiben sollte.
Beachten muss man dabei aber auch noch folgendes:
  • je kürzer die Beliuchtungszeit, desto weniger Licht fällt auf den Fotosensor und desto dunkler wird das Bild
  • je länger die Belichtungszeit, desto mehr Licht fällt auf den Fotosensor und desto heller wird das Bild. Man muss also immer ein Spagat finden zwischen:
  • Bild ist hell genug damit ich was erkenne
  • Bild ist kurz genug belichtet, damit ich es nicht verwackel aber auch ein eventuell schnelles Tier nicht unscharf wirkt.

ISO Wert

Der ISO Wert klingt im ersten Moment eigentlich ziemlich genial. Je höher ich den Wert mache, desto empfindlicher reagiert er auf Licht. Das heißt bei einem hoher ISO Wert kann ich sehr kurz belichten und auch eine kleine Blende verwenden. Klingt im ersten moment super. Doch leider hat ein hoher ISO Wert immense Nachteile. je nach Qualität des Bildsensors (also Kamera) fängt ein Bild sehr bald das rauschen an. Ist bei Kompaktkamera oftmals schon ab ISO200 ein Rauschen zu erkennen, so ist bei vielen Spiegelreflexkameras das Bild bis zu ISO800 noch sehr gut. Dennoch sollte man immer bestrebt sein, den ISO Wert zu gering wie möglich zu halten und das benötigte Licht wo anders herauszuholen. Ringelhechtling Dieses Bild wurde mit einer alten Canon Powershot A460 von mir gemacht. Durch einen hohen ISO Wert von 250 rauscht das Bild sehr stark. Es wirkt absolut unruhig und nicht schön. E_annulatus Im Gegensatz dazu, wurde dieses Bild mit meiner Canon EOS1100d gemacht und ein ISO Wert von 200 verwendet. Das Bild wirkt deutlich klarer und sauberer. Die Schmutzpartikel an der Scheibe entschuldigt ihr mir hoffentlich ;) Als Faustregel gilt also immer, den ISO Wert so gering wie möglich zu halten. Erst wenn durch Belichtungszeit und Blende nicht mehr genug Licht herauszuholen ist, sollte man den ISO Wert erhöhen.

Brennweite

Wenn von Brennweite die Rede ist, ist damit immer der optische Zoom gemeint. Das Bild wird also durch Spiegel im Objektiv vergrößert. Im Gegensatz dazu, wird durch den digitalen Zoom das Bild einfach digital in der Kamera nachbearbeitet was einen immensen Qualitätsverlust entspricht. Ich rate von digitalen Zoom komplett ab. Bitte nur optischen Zoom verwenden. Je größer die Brennweite ist, desto näher erscheinen Objekte auf dem Foto.

Fokusieren

Mit dem Fokus wird beschrieben, welcher Entfernung „scharf“ abgebildet wird. Nehmen wir dazu mal ein Beispielfoto: K1600_IMG_4014 Anfokusiert wurde hier der Wels. Das Blatt links vorne im Vordergrund war vor dem Fokuspunkt und ist daher unscharf. Genauso rechts hinten die Wurzel, diese lag deutlich hinter dem Fokuspunkt und ist daher auch unscharf. Die Länge des Fokuspunktes kann, wie oben schon erklärt, durch die Blende eingestellt werden. Für eine Spiegelreflexkamera gilt immer, es wird durch den Sucher fotografiert, niemals über das Display. Warum ist das so? Ganz einfach: Im Sucher gibt es Fokusierungshilfen, dies sind bei mir rote Punkte. Dadurch kann ich exakt den Punkt scharf stellen, welche ich auch möchte. Ob man dies nun den Autofokus überlässt oder manuell scharf stellt, ist jedem selbst überlassen. Ich fotografiere zu 80% mit dem Autofokus. Gerade der USD -> Ultraschallmotor meines Tamronobjektives ist da verdammt schnell, eigentlich schneller als wenn ich manuell fokusiere. Dennoch gibt es immer mal Gründe warum man manuell fokusieren muss, zum Beispiel weil es für den Autofokus zu dunkel ist und er keinen Schärfepunkt mehr findet. AF_Messfeldwahl Mit der Taste, ganz rechts oben, kann ich auswählen welches Messfeld ich verwenden möchte. In dem Beispiel verwende ich das mittlere Messfeld. Für einen Fisch, der Quer auf dem Foto steht und man das Auge anfokusieren möchte, ist oft das linke oder das rechte Messfeld die bessere Wahl. Wenn man nun durch den Sucher blickt und den Auslöser halb durch drückt, fokusiert die Kamera das an, was auf dem Messfeldpunkt liegt. Sobald der Fokus passt, ertönt ein „Piep“ und der Punkt blinkt im Sucher (NICHT auf dem Display!) kurz rot auf. Das ist der richtige Zeitpunkt um komplett „abzudrücken“, denn nun ist dieser Punkt scharf. Genauso funktioniert es, wenn ich manuell fokusieren will. Ich drücke den Auslöser halb durch und drehe solange am Objektiv bis der „Piep“ ertönt und der rote Punkt aufblinkt. Dann habe ich richtig scharf gestellt und kann komplett „abdrücken“. Sollte dies nicht funktionieren hat es meist 2 Gründe:
  • Das Objekt, welches man scharf stellen möchte, ist zu dunkel oder zu kontrastarm. Somit kommt der Autofokus nicht damit klar und kann nicht scharf stellen. Es ertötnt kein „Piep“ und es erscheint auch kein roter Punkt
  • Das Objekt, welches man scharf stellen möchte, ist zu nah an der Kamera. Für jedes Objektiv gibt es eine „Naheinstellgrenze“ Dies ist der Mindestabstand vom Kamerasensor (nicht von der Objektivvorderseite!) bis zum Objekt, welches man fotografieren möchte, welcher eingehalten werden muss. Als Faustformel sag ich jetzt mal, 15-20cm von der Objektivvorderseite sind das minimum was man als Abstand einhalten muss. Aber wie gesagt, kommt es dabei sehr auf das verwendete Objektiv an. Auch in diesem Fall ertönt einfach kein „Piep“ und es erscheint auch kein roter Punkt.
Falls ihr noch nie mit dieser Fokusierungshilfe gearbeitet habt, empfehle ich euch, das nicht gleich am Aquarium auszuprobieren. Durch das geringe Licht im Aquarium tut man sich da relativ schwer. Geht zuerst mal raus in den Garten (am besten wenn die Sonne scheint) und spielt mit dieser Fokusierungshilfe etwas herum. Man erkennt bei hellen Tageslicht die Punkte im Sucher wesentlich besser und wenn man dann weiß, wo sie sitzen tut man sich auch im Aquarium leichter. Als kleiner Tipp wenn ihr Fische fotografiert: Fokusiert das Auge des Fisches an, dann wirkt das Bild meistens am besten. Übrigens: Der L 134 wurde mit dem 18-55mm Kitobjektiv fotografiert.

Objektiv

Für mich ist das richtige Objektiv das A&O. So wird mit den Objektiv festgelegt, welche Brennweite ich nutzen kann, welche Blende möglich ist und wie der Abbildungsmaßstab ist (bei Makroobjektive sollte er auf jeden Fall 1:1 sein!). Ebenfalls ist hier wichtig, wie schnell der Autofokus arbeitet. Ein Ultraschallmotor (USD) ist eine ganze Ecke schneller und sollte wenn irgendwie möglich bevorzugt werden. Ein Bildstabilisator (VC) ist „nice to have“ mit der richtigen Belichtungszeit aber nicht unbedingt nötig. Das war auch der Grund warum ich das Tamron 90mm für 500€ genommen habe und nicht für 350€. Bei dem 350€ Makroobjektiv fehlt einfach der USD und der VC. Wenn man einmal einen USD hatte, möchte man ihn einfach nie mehr missen. Da ich auch Garnelen und kleinere Fische fotografieren möchte, sowie auch gerne in der Landscharf Tiere fotografiere, waren für mich 90mm Brennweite Pflicht. Wer eher große Fische fotografieren möchte, welche u.U. noch nahe an der Scheibe schwimmen, für den reicht das 60mm Objektiv auf jeden Fall aus. Richtige Makroobjektive haben eigentlich nie einen Zoom sondern immer eine feste Brennweite. Diese 70-300mm Makroobjektive sind eigentlich Telezoomobjektive und nicht wirklich als Makroobjektiv brauchbar.

Ein komplettes Aquarium fotografieren

Für mich immer noch sehr schwer, ein Aquarium im ganzen zu fotografieren. Es gibt dazu 2 herangehensweisen. Man sollte es davon abhängig machen, ob man schnell schwimmende Fische im Aquarium hat oder nur ruhige, in der Ecke liegende Tiere. Auch sehr wichtig ist, den Raum soweit möglich komplett abdunkeln damit sich nichts im Glas spiegelt. Ein Blitz ist fast immer Gift und sollte nicht verwendet werden, wenn man das ganze Aquarium fotografieren möchte.

Bei schnellen Fischen

Hier ist es wichtig, dass man eine möglichst kurze Belichtungszeit verwendet sonst passiert folgendes: Aquariumverschwommenfische Das Aquarium wirkt zwar ganz hübsch, aber die Fische sind total verschwommen und stören das Bild. Gerne das Bild mal anklicken, damit man es in groß sieht. Übrigens wurde hier ein Stativ verwendet, sonst wäre das Foto bei 1/8 Sekunde Belichtungszeit und 23mm Brennweite niemals so scharf. Blöd ist jetzt aber, wenn ich kürzer belichte, habe ich nicht mehr genug Licht und das Bild wird zu dunkel. Hier bleiben jetzt nur noch die Möglichkeiten: * Das Aquarium heller bekommen -> Mehr Leuchtstoffröhren darüber um mehr Licht in das Aquarium zu bekommen. Experiemente mit einen externen Blitz auf dem Aquarium schlugen bei mir bisher immer fehl da der Winkel nie gepasst hat und man nur die Mitte ausgeleuchtet bekommen hat. * ISO Wert anheben. Wie oben schon gesagt, wenn alles andere nicht hilft muss eben der ISO Wert ran halten. Je nach Kameramodell kann man gut auf ISO800 gehen und dabei wieder deutlich kürzer belichten. Hoherisokurzbelichtet Da ich zu dem Zeitpunkt, als das Bild entstanden ist, noch kein Stativ hatte und bei 23mm Brennweite schon mindestens 1/25 Sekunde Belichtungszeit benötigt habe um das Bild nicht zu verwackeln, ist dieses Foto mit einem ISO Wert von 800 entstanden. Man sieht, dass meine EOS1100d mit einem ISO Wert von 800 doch noch sehr schöne Fotos macht. Das Becken ist übrigens erst wenige Tage zuvor mit sehr vielen Wurzeln eingerichtet worden und war daher so trüb, später folgt noch ein schöneres Foto ;)

Bei ruhigen Fischen

Wenn nur ruhige Fische im Aquarium sind, welche sich kaum bewegen kann man dies auch anders angehen. Die Faustformel der Belichtungszeit des Kehrwertes der Brennweite gilt nur, wenn man freihand fotografiert. Sollte die Kamera auf einen Stativ aufgebaut sein und man löst sie verzögert oder von der ferne aus, verwackelt das Bild auch nicht, da ja niemand die Kamera bewegt. Ich nehme dazu mal als Beispiel wieder mein L 134 Aquarium. Es ist relativ düster beleuchtet aber die Welse liegen ja eh nur ruhig in ihrer Ecke. Also macht es ja nichts aus wenn ich sehr lange belichte. Kleinerisolangbelichtet Damit ich die maximale Qualität heraushole, habe ich hier den ISO Wert auf 100 eingestellt. Mittlerweile sind auch schon, wie man auf dem Foto sieht, die [[L 134]] eingezogen. Da die Tiere nur ruhig herumliegen habe ich eine Belichtungszeit von 1/4 Sekunde gewählt. Freihand wäre das Foto bei einer Brennweite von 18mm verwackelt. Also wurde die Kamera auf ein Stativ gepackt und per Funkauslöser (das selbe Gerät, was den Blitz extern auslöst, kann auch die Kamera per Funk auslösen) ausgelöst. Sollte kein Funkauslöser vorhanden sein, kann auch eine Auslöseverzögerung von 10 Sekunden eingestellt werden. Man drückt also den Auslöseknopf und die Kamera löst 10 Sekunden später aus. So kann man sicher sein, dass die Kamera absolut ruhig steht und sich nicht mehr bewegt.

Blendenwert bei Aquarienfotografie

In beiden Methoden sollte die Blende so groß gewählt werden, dass das ganze Aquarium scharf abgebildet wird aber dennoch soviel Licht wie möglich hereinkommt. Mit Blendenwerte von f3.5 bis f5.6 hab ich sehr gute Erfahrungen gemacht, f2.8 hat oftmals nicht ausgereicht um das ganze Aquarium scharf abzubilden und mit noch höheren Blendenwert verschenkt man nur noch wertvolles Licht. Dies sind meine 2 Methoden um Komplettaquarien zu fotografieren. Jetzt wollen wir natürlich noch Fische einzeln abbilden, gerade für die Datenbank hier ist das natürlich sehr wichtig.

Fische fotografieren

Stativ?

Für mich eigentlich unbrauchbar. Bei langsamen Tieren kann man unter Umständen mit einen Stativ arbeiten. Da wir aber meist doch sehr kurz belichten und eventuell auch den Blitz verwenden können, lass ich das Stativ eigentlich immer im Eck liegen.

Das richtige Blitzen

Die beste herangehensweise ist, einen Blitz auf das Aquarium zu legen, so hell wie möglich einstellen und einfach vor dem Aquarium zu fotografieren: Kap_Lopez_Männchen hier lag der Blitz auf der Plexiglasscheibe, welche das Aquarium abdeckt. Die Plexiglasscheibe streut das Licht ein wenig. Durch den sehr hellen Blitz von oben war es hier möglich mit einer belichtungszeit von 1/200 Sekunde (noch schneller geht mit meiner Kamera nicht wenn ich blitze), einer Blende von f10 und einem ISO Wert von 100 ein sehr helles Bild hinzubekommen. Der Blitz wurde per Funk von der Kamera ausgelöst, so dass ich mich frei vor dem Aquarium, ohne störende Kabel, bewegen konnte. Kap_Lopez_Weibchen auch hier wurde wieder von oben geblitzt allerdings bin ich ein Stück vom Aquarium zurück gegangen. jetzt hat natürlich nicht jeder einen externen Blitz und es muss unter umständen auf den Kamerablitz zurück gegriffen werden. Das große Problem dabei ist, dass der Blitz in der Aquariumscheibe spiegelt. Viele gehen her und fotografieren schräg zur Aquariumscheibe. IMAG0712 Dies macht das Bild aber leider oft unscharf. K1600_IMG_5339 Das Foto ist zwar ok, aber der Einsiedler wirkt einfach nicht „scharf“. Obwohl der Fokus perfekt saß war der Einsiedler leicht verschwommen. IMG_7159 hier habe ich im rechten Winkel zur Aquariumscheibe fotografiert. IMAG0714 Es wurde der interne Kamerablitz verwendet. Jetzt natürlich die Frage: Warum spiegelt er nicht? Ganz einfach, ich war mit der Kamera so nah an der Aquariumscheibe und der interne Blitz der Kamera ist so weit von der Fotoachse (Mittelpunkt des Objektives) entfernt, das der Winkel zur Spiegelung nicht mehr ausreicht. Wenn man also das Objektiv direkt an der Scheibe anlegt, kann man wieder sehr gut blitzen und sogar im rechten Winkel zur Scheibe fotografieren damit nichts verzerrt. Umso weiter der Blitz von dem Mittelpunkt des Objektives entfernt ist, desto besser funktioniert es. Da die Canon EOS1100d den Blitz nach oben ausklappt, ist er relativ weit weg, bei einer Kompaktkamera, wo der Blitz direkt neben dem Objektiv sitzt, tut man sich wesentlich schwerer. Das größte Problem dabei ist aber, dass man unter Umständen nicht mehr scharf stellen kann, weil das Objekt (der Fisch) zu nah an der Kamera ist. Ein Objektiv mit geringer Naheinstellgrenze (Makroobjektiv) ist da sehr hilfreich. Eine weitere Möglichkeit ist eine sogenannte [http://www.amazon.de/gp/product/B00005K4AI/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=19454&creativeASIN=B00005K4AI&linkCode=as2&tag=aquafreak-21 Gummi-Gegenlichtblende]. Ich habe selbst eine hier und öfters mit ihr fotografiert. Mit der Gegenlichtblende kommt man wieder etwas weiter vom Objekt (Fisch) weg, so dass man nicht mehr ganz so nahe Naheinstellgrenze benötigt. Oft sind das Problem hier die letzten Zentimeter, 2-3cm mehr Abstand machen oft schon viel aus. IMAG0716 Durch den externen Blitz bin ich aber mittlerweile wieder davon weg gekommen und fotografiere lieber mit den Blitz auf dem Aquarium.

Ohne Blitz?

Ich weiß, dass es Leute gibt die einfach ohne Blitz fotografieren. Bei langsamen Fische, guten Kameras und hohen ISO Werten ist dies durchaus eine Option. Ich bin allerdings nach wie vor ein Fan von niedrigen ISO Werten und blitze dafür um genug Licht hinzubekommen.

Blende?

Eine sehr gut Frage, f5.6 reicht meist durchaus aus. Nur wenn ich von oben stark blitze wird das Foto mit 1/200 Sekunde und ISO100 immer noch zu hell. Ich hab also die Blende noch weiter zu gemacht (Wert erhöht) damit das Foto nicht zu hell wird. Hier ist einfach bisschen ausprobieren angesagt. Sexliniata1 wie man hier sieht, sind aber auch schon durchaus gute Fotos mit f9 entstanden, hier wurde übrigens mit dem Kamerablitz geblitzt. Auch wurde hier das Auge anfokusiert und dadurch wirkt die Flosse nach hinten eher unscharf.

Kompaktkameras, Bridgekameras und Handykameras

Bridgekamera

Dazu kann ich leider gar nichts sagen, da ich nie eine in der Hand gehalten habe. Es sollte aber sehr ähnlich wie mit einer Spiegelreflexkamera funktionieren wobei man natürlich nicht durch den Sucher fotografieren kann, was ich als großen Nachteil ansehe. Genaueres kann ich dazu nicht sagen

Handykamera

Ein Handy ist nun mal ein Handy… Gute Fotos sind da wohl eher Glücksache, der Fotosensor ist einfach zu klein um genug Licht zu bekommen. Respekt an die Leute, die mit einer Handykamera einen Fisch abgebildet bekommen, ich hab es nie probiert.

Kompaktkamera

Damit ist schon wesentlich mehr möglich als mit Handys. So sind Komplettaquarien sogar sehr gut zu fotografieren, wichtig ist, Selbstauslöser und ein Stativ oder feste Auflage dann ist sowas durchaus machbar: Kompaktkamera Natürlich ist das Foto ohne Blitz gemacht. Das Aquarium ist jetzt nicht das schönste, es stand zu diesem Zeitpunkt aber auch erst ein paar Wochen. Viel wichtiger ist, dass das Foto doch ordentlich aussieht. Der Foto lag mit Selbstauslöser auf einen Bücherstabel auf. Sogar eher ruhige Fische lassen sich halbwegs brauchbar fotografieren: Corykompaktkamera nur schnellschwimmende Fische sind sehr schwer, gut abzulichten: Img_1481 Es ist einfach zu dunkel und der ISO Wert zu hoch, weshalb das Foto rauscht. Wäre ich mit dem ISO nach unten gegangen, wäre die Belichtungszeit so stark gestiegen, dass die Fische verschwommen wären. Man muss mit einer Kompaktkamera halt leider immer irgendwo Abstriche machen. Wenn man sich die EXIF Daten der Fotos ansieht, sieht man schon den gewaltigen Unterschied zwischen Kompaktkamera und Spiegelreflexkamera in Sachen Belichtungszeit, wo eine DSLR locker 1/100 Sekunde schafft, kränkelt die Kompaktkamera bei 1/10 Sekunden rum. Der Preisunterschied spiegelt sich halt auch in der Qualität wider. Kleiner Tipp noch für Kompaktkameras wenn man Fische fotografieren will. Viele Kameras haben einen sogenannten Makromodus, diesen schaltet man meist über ein Blumensymbol ein. Gerade bei Fischfotos ist dieser Modus Gold werd und sollte auf jeden Fall ausprobiert werden.

Abschluss

Ich hoffe ich habe euch ein wenig weiter geholfen. Solltet ihr weitere Fragen haben, stehe ich im Forum jederzeit zur Verfügung. Ich bitte darum, die Fragen öffentlich zu stellen, damit jeder etwas davon an. Und bedenkt auch immer, die ersten 10.000 Bilder sind die schlechtesten… Nunja ich hab auch noch keine 10.000 Bilder auf meiner Kamera. Bin mal gespannt wie das 10.000 dann aussieht ;
Falls sie noch weitere Fragen zu diesem Artikel haben, so nutzen sie doch die kostenlose Möglichkeit, bei den Aquaristikfreaks im Aquariumforum nachzufragen. Wir würden uns freuen, Sie als aktives Mitglied begrüßen zu dürfen


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